Feb 12

Urgent Action: Angriff priistischer Gruppe des Ejidos Banavil auf Familien von EZLN-Sympathisant_innen und willkürliche Verhaftung von Mitgliedern der zapatistischen Unterstützungsbasen

Gemäß der Beweisinformation, die dem Menschenrechtszentrum Fray Bartolome vorliegt, griffen am 4. Dezember 2011 in Banavil, Tenejapa Mitglieder der Institutionellen Revolutionären Partei (PRI) vier Familien von Sympathisant_innen des Zapatistischen Heers der Nationalen Befreiung (EZLN) mit Schusswaffen an.

Urgen Action Jetzt unterzeichnen Als Resultat der Angriffe sind zu nennen: der Tod des Herrn Pedro Méndez López; das erzwungene Verschwindenlassen des Herrn Alonso López Luna (im Folgenden Alonso); die Vertreibung von vier Familien, beschuldigt, zapatistische Sympathisant_innen zu sein; die Verhaftung des Herrn Lorenzo López Girón (im Folgenden Lorenzo), welcher durch eine Schusswaffe verwundet wurde; die willkürliche Verhaftung des Herrn Francisco Santiz López (im Folgenden Francisco), Mitglied der Zapatistischen Unterstützungsbasis (BAEZLN), welcher sich zum Zeitpunkt des Geschehens an einem anderen Ort befand sowie Körperverletzungen von 6 weiteren Personen. (weiterlesen…)

Jan 08

Bericht vom Einsatz im Naturschutzgebiet

 

Hallo ihr Lieben,

jetzt ist es soweit und ihr bekommt endlich meinen Bericht über meinen zweiten Aufenthalt in einer Gemeinde. Also, ich war vom 16.1. bis 30.1. in einer Gemeinde, die nicht weit weg von San Cristóbal liegt…vielleicht ne halbe bericht aus chiapasStunde mit einem der kleinen typischen Kollektivbusse. Vorher mussten wir natürlich erst zur “Guten Regierung”, um dort vorzusprechen und nochmals ein Papier abzuholen, mit dem unser Aufenthalt in der Gemeinde erlaubt und bestätigt wurde.
Die Gemeinde ist eine gemischte Gemeinde und nur ein kleiner Teil der Bewohner sind Zapas. Probleme innerhalb der Gemeinde gibt es weniger oder laut eines Compas gar keine. Das Thema dort vor Ort ist die Natur, die unglaublichen Naturressourcen und der Schutz der seit Jahren und Jahrzehnten bewohnten und genutzten Territorien, die neben dem Umweltaspekt sicherlich auch anderen Wert für die seit Generationen dort lebenden Menschen haben. (weiterlesen…)

Nov 07

Bericht aus einer Gemeinde

Hallo ihr Lieben!

bericht aus chiapasHeute bin ich aus dem campamento zurückgekehrt, gesund, guter Dinge und voll neuer Eindrücke. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll…
Ich glaube, ich habe zum ersten Mal wirkliche Gemeinschaft in größerem Rahmen erlebt. Die Gemeinde in der ich war ist durch die gemeinsame Geschichte von Kampf und Vertreibung sehr stark zusammengewachsen, die Menschen sind äußerst solidarisch und respektvoll. In Versammlungen wird über alle Belange gemeinsam entschieden, und zwar nicht mit Abstimmungen, bei denen eine Minderheit unterdrückt wird, sondern es wird so lange diskutiert, bis sich alle einigen. Und es funktioniert. Der Umgang mit den Kindern ist auch sehr respektvoll, sie werden höflich angesprochen, ihnen wird zugehört. Die Schule ist autonom und zapatistisch. Die Kinder können kommen und gehen, wann sie wollen. Aber sie kommen, sogar am Wochenende, zum spielen und lesen und lernen. Ihr seht, ich bin wirklich richtig beeindruckt. Ich habe mit mehreren Leuten sehr interessante Gespräche geführt und viel über die zapatistische Bewegung und die autonomen Gemeinden gelernt. Die Leute sind alle so politisch, auch die Kinder. Ich war immer wieder überrascht. Und es war so angenehm, dass gar kein Alkohol getrunken wurde. (weiterlesen…)

Aug 07

Bericht über die Arbeit im Begleitprojekt in Guatemala

Hallo lieber Unterstützerkreis!

Hier schicke ich euch meinen ersten tatsächlichen Arbeitsbericht über den letzten Monat.

Noch einmal genauer zur Arbeit von CAIG. Diese ist aufgeteilt in kurzfristige (Corto Plazo) und langfristige (Largo Plazo) Missionen. Die langfristigen Plätze sind diejenigen in den Gemeinden der AJR, diese werden jetzt nun schon seit ca. 6 Jahren betreut. Die Begleiter wohnen in den Gemeinden und besuchen die Zeugen, die teilweise mehrere Stunden voneinander entfernt wohnen. Die kurzfristigen Missionen sind Begleitungen von Aktionen oder Organisationen, z.B. Exhumierungen, Konsultationen, Infoveranstaltungen u.s.w.. Die Begleiter wohnen, wenn sie nicht grade unterwegs sind, im CAIG-Haus in Guatemala-Stadt. (weiterlesen…)

Feb 07

Kurzer Bericht aus Guatemala

Hallo lieber Unterstützerkreis!

Hier schicke ich euch meinen ersten tatsächlichen Arbeitsbericht über den letzten Monat.

Noch einmal genauer zur Arbeit von CAIG. Diese ist aufgeteilt in kurzfristige (Corto Plazo) und langfristige (Largo Plazo) Missionen. Die langfristigen Plätze sind diejenigen in den Gemeinden der AJR, diese werden jetzt nun schon seit ca. 6 Jahren betreut. Die Begleiter wohnen in den Gemeinden und besuchen die Zeugen, die teilweise mehrere Stunden voneinander entfernt wohnen. Die kurzfristigen Missionen sind Begleitungen von Aktionen oder Organisationen, z.B. Exhumierungen, Konsultationen, Infoveranstaltungen u.s.w.. Die Begleiter wohnen, wenn sie nicht grade unterwegs sind, im CAIG-Haus in Guatemala-Stadt. (weiterlesen…)

Feb 03

Bericht vom Einsatz in Acteal

bericht aus chiapasIch sitze an den Stamm eines mächtigen Baumes gelehnt auf meinem Beobachtungsposten mit Blick auf die Straße. Vor mir spielt sich das allmorgendliche Schauspiel des Sonnennebelaufgangs ab und hinter mir sitzen die müden Nachtwachen und warten auf ihre Ablösung. Seit dem Massaker von Acteal 1998 gibt es hier Tag- und Nachtwachen. Vor mir erstreckt sich der Eingang zur Gemeinde und ab und zu eilt ein Mensch mit Machete, Brennholz oder Maultier den Berg rauf oder runter. Die Tienda (Geschäft) in der es immer selbstgebackenes Brot und Popcorn gibt, macht auf und wird es bis spät abends auch bleiben. Hier leben die Menschen nicht nach der Uhrzeit. Hinter mir befindet sich das umfunktionierte “Herrenhaus” dieser ehemaligen Ranch. Ein großes Mural (eine Wandmalerei) erzählt die Geschichte des Aufstandes und der Besetzung der Ranch 1994. Oft stehen die Kinder davor, zeigen auf die Bilder und erzählen sich die Geschichte. Heute sind die Gebäude der einstigen Rinderfarm mit einem ganz anderen Leben gefüllt: Die Ställe sind zu Klassenzimmern und einer Backstube, zum Laden und – klar – zum Spielplatz geworden. Das ist anfangs ein komischer Anblick, dieser pompöse Eingang, der so gar nicht zu den dahinter beginnenden Holzhütten passen will. Das wohl größte Gebäude ist die Kirche, eine riesige Holzhütte mit einer Glocke über der Türe. Ich war etwas erstaunt, dass hier wirklich sonntags nicht gearbeitet wird und alle in sauberen Sachen zur Kirche gehen. Zu den meisten Fragen gehörte auch, welche Religion ich denn hätte. (weiterlesen…)

Sep 02

Angespannte Lage im Gebiet Ocosingo

bericht aus chiapasAm 07.08. wurde in der autonomen Gemeinde “6. August” ein Unterstützer der zapatistischen Bewegung von drei Paramilitärs umgebracht. Auf seiner Milpa arbeitend wurde der Compañero José Lopez Santiz mit acht Kugeln, vor den Augen seiner fünf und sechs Jahre alten Kinder, von den aus Altamirano stammenden Paramilitärs Benjamin Montoya Oceguera, Baltazar Alfonso Utrilla und Belisario Castellanos Gomez erschossen. Am 19.08 kam es in Altamirano zu einer Demonstration von hunderten Unterstützern der Zapatisten, auf der Gerechtigkeit für den Tod von José Lopez Santiz gefordert wurde. Die Zapatisten forderten dabei auch die Umsetzung der Verträge von San Andrés und damit auch die Möglichkeit, traditionelle indigene Rechtsprechung anzuwenden, in der in so einem Fall keine konventionelle Gefängnisstrafe sondern die Unterstützung (Sicherung des Lebensunterhaltes) der Familie des Ermordeten durch die Täter vorgesehen ist. (weiterlesen…)

Mrz 01

Bericht vom Marsch der Farbe der Erde

bericht aus chiapasIm Februar 2001 machte sich eine große zapatistische Karawane, der sogenannte “Marsch der Farbe der Erde”, begleitet von mexikanischen und internationalen BeobachterInnen, von Chiapas aus auf in Richtung Mexiko-Stadt, mit der Absicht, einen vorerst letzten Versuch des Dialoges mit der Regierung zu unternehmen. Als Voraussetzungen für die Aufnahme dieses Dialoges hatten die Zapatistas drei Bedingungen formuliert: Der Rückzug des mexikanischen Militärs von sieben festgelegten Positionen, die Freilassung der zapatistischen Gefangenen sowie die Umsetzung der Abkommen von San Andres. Da keine der Bedingungen – und am wenigsten die letzte – erfüllt wurde, kam es nicht zu diesem Dialog. (weiterlesen…)

Feb 01

Mein Einsatz bei den Abejas

bericht aus chiapasDer Weg in die Gemeinde

Die Gemeinde liegt ungefähr 1 ½ Autostunden noerdlich von San Cristobal in den Altos (Hoehen) von Chiapas. Auf dem Weg kamen wir auch an Acteal, dem Ort des Massakers von 1997 vorbei, bei dem 45 Menschen brutal ermordet wurden. Das Gebiet erscheint auch heute noch stark militarisiert, obwohl ja der neue Präsident Mexicos, Vicente Fox versprochen hat, die militärische Präsenz in Chiapas zu reduzieren. Auf keiner meiner vorigen Reisen durch Chiapas bin ich an so vielen Militärcamps und Kontrollpunkten vorbeigekommen. Zusätzlich kamen uns ständig Soldaten auf gepanzerten Jeeps, der Sorte “Hummer” aus US-amerikanischer Produktion und Lastwagen von Mercedes-Benz entgegen, bewaffnet mit dem deutschen Armeegewehr “G3″ von Heckler und Koch. (weiterlesen…)

Jan 01

Mein erster Einsatz als internationaler Menschenrechtsbeobachter

bericht aus chiapasMein erster Einsatz als internationaler Menschenrechtsbeobachter mit der Menschenrechtsorganisation Fray Bartolome de las Casas aus San Cristobal hat mich zusammen mit einem weiteren Deutschen in die Nähe von Ocosingo gefuehrt. Die Gemeinde liegt im Osten des Bundesstaates Chiapas in einem Tal des Tieflandes auf 500 Metern Höhe und am Rande der Selva Lacandona. Das Klima dort ist tropisch mit einem trockenen Winter und einer ausgiebigen Regenzeit im Sommer. Der Boden dort ist sehr fruchtbar und es wachsen viele tropische Früchte. Die Menschen, die dort leben sind Indigenas, Nachfahren der Maya, und gehören zur Ethnie der Tzeltales. (weiterlesen…)