Chiapas

Menschenrechtsbeobachtung in Chiapas/Mexiko

In Zusammenarbeit mit dem Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas bereitet CAREA e.V. Leute als MenschenrechtsbeobachterInnen für die Region Chiapas in Mexiko vor.

Der Aufstand der “Nationalen Zapatistischen Befreiungsarmee” (EZLN) am 1. Januar 1994 im mexikanischen Bundesstaat Chiapas forderte neben dem Rücktritt der Regierung und freien demokratischen Wahlen auch Autonomie für die indigenen Gemeinden und eine Landreform für soziale Gerechtigkeit für die Menschen in Mexiko.
Nach einer großen Militäroffensive 1995 gegen den Aufstand richtete das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas der Diözese San Cristóbal in den zapatistischen Gebieten zivile Friedenscamps mit mexikanischen und internationalen BeobachterInnen ein.

 

 

Menschenrechtsbeobachtung in den zivilen Friedenscamps

Seit 1995 widmet sich das Menschenrechtszentrum “Fray Bartolomé de las Casas” der Diözese von San Cristóbal der Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen in Chiapas. Im Februar 1995 verursachte eine Militärinvasion in der Region “Las Cañadas” im chiapanekischen Konfliktgebiet mehrere Tausend interne Flüchtlinge, die sich wenige Wochen später in Begleitung nationaler und internationaler Beobachter und Beobachterinnen in ihre Gemeinden zurückwagten. Diese traumatisierten Gemeinden äußerten verstärkt den Wunsch nach einer dauerhaften Präsenz von internationalen Beobachtern und Beobachterinnen zum Schutz vor erneuten Übergriffen und Menschenrechtsverletzungen seitens der Militärs.

Zur Umsetzung der Bitten und Anfragen vieler zapatistischer Gemeinden nach nationaler und internationaler Beobachtung gründete sich innerhalb des Menschenrechtszentrum die Abteilung “Friedenscamps”. Es wurde die Aufgabe übernommen, in möglichst vielen Dörfern “zivile Friedenscamps” einzurichten, in denen sich nach Möglichkeit dauerhaft mehrere nationale und internationale Menschenrechtsbeobachter und Beobachterinnen jeweils für 2 bis 4 Wochen in der Gemeinde aufhalten konnten. Neben der Dokumentation der Menschrechtssituation vor Ort dient der Aufenthalt von Beobachtern und Beobachterinnen aber auch der Schaffung von Räumen für die Zivilgesellschaft, damit die Gemeinden möglichst unbehelligt vom Militär ihre eigenen Dynamiken erhalten und entfalten können.

Seit 1998 akzeptiert das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas nur noch Beobachter und Beobachterinnen, die zuvor von einer seiner Partnerorganisationen ausgewählt und umfangreich auf ihren Einsatz vorbereitet worden sind sowie ein Empfehlungsschreiben dieser Organisation vorweisen können. In Deutschland leistet diese Vorbereitung CAREA e.V. in halbjährlich stattfindenden Seminaren.

Vorbereitungsseminare

Die Vorbereitung durch CAREA e.V. findet auf zwei Seminaren von jeweils 3 Tagen statt, an denen auch Leute teilnehmen können, die sich noch nicht sicher sind, ob sie als BeobachterIn nach Mexiko fahren wollen. Das erste Seminar soll zunächst grundlegende Kenntnisse vermitteln, während es beim zweiten Seminar verstärkt um spezifische Themen und Rollenspiele geht.

Alle Interessierten bekommen auf Anfrage von uns zur Vorbereitung auf die Seminare einen ausführlichen Reader (gegen 10,- EURO inkl. Versandkosten) zugeschickt. Weitere Informationen zu den Vorbereitungsseminaren.

Aufgaben der BeobachterInnen

  • Sie besuchen die Gemeinden, in welche sie vom Menschenrechtszentrum “Fray Bartolomé de las Casas” geschickt werden.
  • Sie sollen sehen und gesehen werden. Ihre bloße Präsenz soll Übergriffe auf die Zivilbevölkerung verhindern.
  • Sie dokumentieren Truppenbewegungen der Bundesarmee, Übergriffe auf die Gemeinden, Menschenrechtsverletzungen, die allgemeine Situation in den Dörfern und reichen diese Informationen an das Menschenrechtszentrum und CAREA e.V. weiter.
  • Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland tragen die BeobachterInnen durch Öffentlichkeitssarbeit dazu bei, ihre Erfahrungen
    und den Konflikt in Chiapas bekanntzumachen.

Selbstverständnis

  • Achtung der selbstgewählten Strukturen der Gemeinden
  • Nichteinmischung in interne Angelegenheiten
  • Gewaltfreiheit in allen Handlungen
  • keine Einmischung in Konfliktsituationen
  • Achtung der nationalen Gesetzgebung

Voraussetzungen

  • ausreichende Spanischkenntnisse
  • Teamfähigkeit und soziale Kompetenz
  • Psychische und physische Belastbarkeit
  • politisch-soziales Engagement
  • Mindestalter von 21 Jahren
  • Teilnahme an beiden Vorbereitungseminaren
  • zeitlicher Spielraum von mindestens 6 Wochen
  • eigene Finanzierung der anfallenden Kosten